In Taucha werden Boxen für Autowäsche gebaut

An Graßdorfer Straße drehen sich bereits die Bagger

Verwundert rieben sich gestern Tauchaer die Augen und fragten sich, was da gerade passiert: Gleich neben der viel befahrenen Kreuzung B87/Graßdorfer Straße machten sich neben der Einfahrt zur Rettungswache Bagger zu schaffen und rissen hinter der großen Doppel-Werbetafel eine alte Mauer ab. Auf Nachfrage erfuhr die LVZ zunächst, dass hier eine Autowaschanlage gebaut werden soll. In der Öffentlichkeit ist dieses Vorhaben offensichtlich noch gar nicht bekannt. „Das ist ein privates Grundstück und Vorhaben, da sind wir als Stadtverwaltung nicht jene, die darüber informieren, das machen wir bei anderen privaten Vorhaben auch nicht“, sagte gestern Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Die Stadt habe zwar davon gewusst und auf eine Anfrage reagiert, aber die zuständige Genehmigungsbehörde sei das Landratsamt Nordsachsen. Eine kurzfristige Anfrage an diese Behörde wurde zwar umgehend bearbeitet, konnte aber nicht mehr rechtzeitig beantwortet werden, da die zuständigen Mitarbeiter außer Haus unterwegs waren.

Wie die LVZ bei weiteren Recherchen erfuhr, ist das Vorhaben ein Projekt der Tauchaer Süß Gruppe. Deren Geschäftsführer Thomas Süß war zwischen zwei Beratungen kurz erreichbar und bestätigte: „Ja, hier investiert ein Unternehmen der Süß Gruppe. An diesem Standort entstehen Selbstbedienungs-Waschboxen. Die Baugenehmigung dafür liegt seit einem halben Jahr vor.“ Weitere Informationen waren in der Kürze der Zeit nicht zu erhalten.

Das Grundstück gehörte vor dem Verkauf an die Süß Gruppe der städtischen Immobilienbetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (IBV). Geschäftsführer Achim Teichmann, der sich morgen im Kreise seiner Kollegen in den Ruhrstand verabschiedet, sagte zur Zukunft der großen Werbetafel befragt. „Die stehen auf städtischem Boden am Fußweg, das muss der Investor mit der Stadt regeln.“

Von Olaf Barth

Leipziger Volkszeitung 28.03.2019

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